Eingebettet zwischen steilen Felswänden, tosenden Wasserfällen und alpinen Wiesen bietet Lauterbrunnen eine einzigartige Tierwelt im Herzen des Berner Oberlands.
Tier Entdeckungspfad
Entdecken Sie die Tierwelt des Lauterbrunnentals auf dem Tierpfad. Der Weg führt von der River Lounge entlang der Lütschine Richtung Stechelberg bis zur Feuerstelle Spiss. Schautafeln informieren über heimische Wildtiere der Alpen, während geschnitzte Holztiere entlang des Weges zum Entdecken einladen.
Hinweis
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Alpines Murmeltier
Murmeltiere, im Schweizerdeutschen oft auch «Mungg» genannt, gehören zur Ordnung der Nagetiere und zur Familie der Hörnchen, wie auch das Eichhörnchen. Alpen Murmeltiere sind die drittgrössten Nagetiere in Europa, nach dem Biber und dem in Süditalien vorkommenden Stachelschwein. Murmeltiere verbringen den Winter in ihrem Winterbau, sie schlafen jedoch nicht den ganzen Winter durch, trotz stark reduziertem Stoffwechsel müssen die Tiere alle paar Wochen ihre Blase leeren. Murmeltiere haben einen ausgezeichneten Sinn für den Frühlingsbeginn, für uns Menschen bis heute unerklärlich, erscheinen sie immer dann sobald sich erste apere Flecken im Gelände bilden. Von Jahr zu Jahr schwankt der Zeitpunkt nur wenig. Bei sehr langen Wintern können die Murmeltiere jedoch bis zu einem Monat später erscheinen.
Alpines Murmeltier
Grassteppen ab der Waldgrenze in maximalen Höhen von 3000 m über Meer. Sie bevorzugen die Südhänge der Berge, weil diese im Frühling als erste frei von Schnee sind. Dort bauen sie ihre Bauten in die Erde, wobei der Winterbau bis zu sieben Meter unter der Oberfläche liegen kann.
Murmeltiere sind sehr soziale Wesen, sie leben in Familienverbänden von bis zu zwanzig Tieren, welche jeweils aus einem dominanten Paar und dessen Nachkommen bestehen.
Wurzeln, Knollen, Gräser, Kräuter, Triebe, Blüten, Samen und Früchte. Erwachsene Murmeltiere essen bis zu 1,2 kg Grünmasse am Tag.
Murmeltiere paaren sich direkt nach dem Winterschlaf, also im Frühling, typischerweise zwischen Mitte April und Ende Mai
An die 130 000 Tiere leben wild in der Schweiz. Ihre Population gilt als stabil und sie dürfen gejagt werden.
Das Weibchen bringt nach einer Tragzeit von rund 34 Tagen bis zu sechs Junge zur Welt. Murmeltiere werden ungefähr alle zwei Jahre trächtig.
Murmeltiere findet man am Männlichen, beim Eigergletscher und Grindelwald First.
Steinadler sind für ausgewachsene Murmeltiere die grösste Gefahr. Für junge Tiere können auch Füchse, Steinmarder und Kolkraben gefährlich werden. Wenn ein Murmeltier einen Feind sieht, stösst es einen schrillen Pfiff aus, um die anderen zu warnen.
Die alpinen Murmeltiere halten von Oktober bis April einen Winterschlaf. Vor dem Winterschlaf bringen sie trockenes Pflanzenmaterial in ihre Nestkammern, um diese auszupolstern und gegen die Kälte zu isolieren.
Schneestürme und lange Schlechtwetterperioden können sich für Jungtiere als tödlich erweisen, wenn die Tiere nicht genügend Fettreserven angefressen haben. Auch den Winterschlaf, überleben manche Tiere aus demselben Grund nicht.
Rot Hirsch
Der Rot Hirsch auch «König der Wälder» ist das grösste unserer heimischen Wildtiere, er gehört zu der Familie der Paarhufer – verwandte sind unter anderem die Damhirsche, das Reh und der Elch. Männliche Hirsche tragen ein Geweih, welches bis zu 8 kg wiegen kann, dieses wird jedes Jahr zwischen Februar und April abgeworfen und danach neu gebildet. Die Weibchen tragen kein Geweih und sind deutlich kleiner als die Männchen. Der Rothirsch wurde in der Schweiz einst ausgerottet. Ab 1870 wanderten aus Österreich wieder erste Hirsche ein. Seit den 1990er Jahren besiedelt er von Frankreich aus auch wieder Teile des Juras. Das Comeback ist noch nicht abgeschlossen, es gibt grössere Gebiete in der Schweiz, welche noch mehrheitlich Hirschfrei sind. Die Wildkorridore werden leider oft durch Autobahnen versperrt, was die Tiere bis anhin an der weiteren Ausbreitung hindert.
Rot Hirsch
Wald, offene und halboffene Landschaften, im Winter auf halboffenen Flächen in Tälern anstelle im Sommer auf Alpweiden. Rot Hirsche sind typische Fernwanderer, die sommerlichen und winterlichen Lebensräume können weit voneinander entfernt sein.
Ausserhalb der Brunftzeit leben Hirschkühe und Stiere getrennt. Alte Hirsche sind ausgeprägte Einzelgänger. Im Sommer bilden die Hirschkühe mit ihren Kälbern Familien, mehrere dieser Familien kommen im Winter zusammen, um ein Rudel zu bilden. Die Rudel werden von einer Leitkuh geführt.
Gräser, Blätter, Rinde, Knospen und Zweige sind ihre Hauptnahrung. Sie benötigen täglich Mengen von bis zu 20 kg.
Herbst; die Hirsch Stiere geben in der Brunftzeit Brunftschreie von sich, unter anderem, um die Weibchen anzulocken. Sie begeben sich zu den Brunftplätzen, wo sie auf die weiblichen Rudel treffen. Dort finden Kämpfe und Rituale unter den Stieren statt.
Ungefähr 35 000 Hirsche leben in der Schweiz. Sie gelten als nicht gefährdet und dürfen gejagt werden.
In der Regel bringt die Hirschkuh nach einer Tragzeit von ungefähr 230 Tagen ein Kalb zur Welt. Die Jungtiere können wenige Stunden nach der Geburt bereits stehen. Die Kälber werden mindestens ein halbes Jahr gesäugt.
Im Hinteren Lauterbrunnental, bei Beatenberg und Habkern sowie im Winter bei Meiringen. Hirsche sind sehr scheu, deshalb bekommt man sie selten zu Gesicht.
Grosse Raubtiere wie der Wolf, der bestrebt ist, alte und verletzte Tiere zu jagen. Adler, Uhu, Luchs oder Wildkatzen erbeuten hingegen nur selten ein Jungtier.
Rothirsche werden nachtaktiv, wenn Menschen den Lebensraum zu sehr stören. Sie tragen nur im Sommer ein rotes Fell, im Herbst wechseln sie ihr Haarkleid und sind dann grau bis graubraun gefärbt.
Schneelawinen, Störungen durch Menschen im Winter und die Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume durch die Menschen von Landwirtschaft, Strassenbau, Wanderwegen und Skigebieten.
Eurasisches Eichhörnchen
Das europäische Eichhörnchen gehört zur Familie der Baumhörnchen und ist in der Schweiz – entgegen früheren Prognosen – nicht gefährdet. In Grossbritannien wurden die einheimischen Eichhörnchen von den amerikanischen Grauhörnchen verdrängt, weshalb man Ähnliches für Europa erwartete. Dabei wurde übersehen, dass Baummarder in Europa noch weit verbreitet sind, während sie in Grossbritannien fast ausgerottet wurden. Europäische Eichhörnchen bauen ihre Nester hoch oben auf dünnen Ästen, wo Marder kaum hinkommen. Grauhörnchen hingegen nisten bodennäher und sind daher leichte Beute für die Marder, deshalb haben sie sich hierzulande bisher nicht ausgebreitet. Dies ist ein schönes Beispiel, wie eine intakte Natur und Artenvielfalt sich selbst regulieren und schützen kann.
Eurasisches Eichhörnchen
Wälder; bevorzugt Nadel- und Mischwälder, bis in höhere Lagen. Manchmal auch in Parkanlagen und Gärten zuhause.
Die Tiere bauen sich hoch oben in den Astgabeln von Bäumen ein kuppelförmiges Nest (Kobel) aus Zweigen, Blättern und Moos. Sie leben hauptsächlich einzelgängerisch und kommen nur zur Fortpflanzung zusammen. Eichhörnchen werden bis zu 6 Jahre alt.
Samen von Nadelbäumen, Buchennüsschen, Haselnüsse, Walnüsse, Eicheln, Beeren, Pilze, Vogeleier und Jungvögel. Eichhörnchen legen viele Verstecke mit Nahrung an, um zu überwintern.
Dezember bis März. In der Paarungszeit liefern sich mehrere Männchen und ein Weibchen wilde Paarungsjagden.
Eichhörnchen sind weitverbreitet, kommen aber nirgends in grosser Anzahl vor. Sie gelten in der Schweiz als nicht gefährdet, ihre Populationen schrumpften aber über die vergangenen Jahrzehnte deutlich. Sie sind in der Schweiz geschützt.
Nach der Paarung ist das Weibchen ungefähr 40 Tage trächtig, es gebärt im Schnitt vier Junge pro Wurf. Die Jungtiere verlassen das Nest zum ersten Mal mit rund 6 Wochen und werden 10 Wochen gesäugt. Für die Aufzucht ist allein das Weibchen verantwortlich.
Eichhörnchen sind tagaktiv und lassen sich leicht beobachten. Sie sind in der ganzen Region anzutreffen, auch in den Dörfern.
Menschen, Habicht, Baummarder, Raben und Grauhörnchen.
Der buschige Schwanz übernimmt zwei wichtige Funktionen: Er hilft als Gegengewicht beim Balancieren, Sitzen, Laufen und Springen und er hält das Eichhörnchen beim Schlafen warm
Klimawandel, Parasiten (Zecken, Flöhe, Milben und Würmer), stark unterteilte Wälder durch Strassen. Eintönige Wälder in Bezug auf Baumarten und Alter der Bäume, dies kann zu Nahrungsmittelengpässen führen.
Gämse
Gämsen gehören zu der Gattung der Ziegen, genauso wie auch die Steinböcke. Im Gegensatz zu diesen wurden die Gämsen in der Schweiz bisher nie ausgerottet. Ihr Gesicht ist besonders auffällig, dieses ist weiss mit zwei dunklen Streifen welche beidseitig vom Hornansatz bis zum Mund verlaufen. Ihre Hufe geben ihnen besonders guten Halt im felsigen Gebirge, was sie zu hervorragenden Klettererinnen macht. Im Gegensatz zu Steinböcken, kann man Gämsen nicht in Gehegen halten.
Gämse
Alpine Hochflächen, Fels und Wald. Bevorzugen Temperaturen unter 12 Grad Celsius.
Weibchen und Jungtiere leben in Herden von 15 bis 30 Tieren. Böcke leben einzelgängerisch.
Gräser, Kräuter, Grünteile von Stauden, Sträuchern und Bäumen.
November und Dezember.
Gämsen gelten in der Schweiz als nicht gefährdet, die Population hat aber seit Jahren kontinuierlich abgenommen.
Die Weibchen sind während 21 Wochen trächtig. Die Gams-Kitz werden bis zu 6 Monaten von der Mutter gesäugt.
Sind in der ganzen Region anzutreffen, je nach Saison in höheren oder tieferen Lagen.
Mensch, Steinadler, Luchs, Wolf und Bär. Die letzten drei sind in der Schweiz nur in sehr kleinen Zahlen vorhanden. Steinadler erwischen hin und wieder ein Jungtier
Klimaveränderung, zunehmende Freizeitaktivitäten und Tourismus sind Faktoren, welche die Tiere vermehrt stören und dadurch in Stress versetzten. Was sich negativ auf deren Verfassung und Überlebenswahrscheinlichkeit auswirkt.
Lawinen, Steinschlag und Futtermangel.
Kühe Alpwirtschaft
Jedes Jahr ziehen Sennen mit Kühen, Schafen und Ziegen im Frühsommer beim Alpauftrieb aus den Tälern auf die Alpen, wo die Tiere während des Sommers weiden. Die Arbeit auf der Alp ist anstrengend, hat aber eine lange Tradition und grosse Bedeutung für die Schweizer Landwirtschaft. Im Lauterbrunnental gibt es mehrere Alpen, darunter Suls, Saus, Pletschen, Winteregg, Sefina und Wengernalp.
Auf den Alpen gibt es Milchkühe, Jungvieh und Mutterkuhherden. Milchkühe werden täglich gemolken, teilweise wird auf der Alp Käse hergestellt. Jungtiere sind oft verspielt und neugierig, während Mutterkühe ihre Kälber beschützen, weshalb man Abstand halten sollte.
Im Herbst kehren die Sennen beim traditionellen Alpabzug zurück ins Tal. Die Tiere werden mit Glocken und Blumen geschmückt, und die Sennen tragen Trachten. In Lauterbrunnen finden die Alpabzüge meist im September statt.
Kühe Alpwirtschaft
Im Sommer sieht man manchmal Kühe, welche mit dem Helikopter an Seilen transportiert werden. Dies ist
meist eine ernste Sache, weil diese Flüge zum grössten Teil gemacht werden, um verletzte Tiere zu bergen.
Kühe tragen auf den Weiden Glocken, um von ihren Bauern leichter gefunden zu werden wie z.B. in der Nacht, bei Nebel oder in abgelegenen Tälern. In der Schweiz werden die Kühe im Winter meist in den Ställen gehalten, wo sie einen kleinen Auslauf vor dem Stall haben
Kühe tragen ihre Jungen ungefähr neun Monate aus, wie wir Menschen. Ebenso wie bei uns, geben Kühe nur Milch, wenn sie ein Kälbchen geboren haben. Da die Milchmenge mit der Zeit nach der Geburt zurück geht, werden Milchkühe im Schnitt einmal im Jahr besamt.
Kühe sind reine Pflanzenfresser. Sie fressen Gräser, Kräuter und Klee. In den Ställen bekommen sie Heu, Silofutter und Kraftfutter. Sie benötigen am Tag zwischen 16 kg und 20 kg Nahrung.
Kühe sind Wiederkäuer, das heisst, in den Ruhepausen würgen die Tiere das Gegessene nochmals hoch, um die Futterpartikel weiter zu zerkleinern, was im Endeffekt den Verdauvorgang fördert. Kühe trinken ausserdem täglich bis zu 100 Liter Wasser.
Kühe haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn, sie können deutlich besser riechen als sehen. Das Räumliche- und das Farbsehen ist bei Kühen weniger ausgeprägt als bei Menschen. Deshalb brauchen sie etwas länger, um zu erkennen, was sich ihnen nähert. Deshalb sollte man sich beim Umgang mit Kühen stets langsam und achtsam bewegen. Für sie ist es schwierig, schnelle Bewegungen einzuordnen, deshalb nehmen sie diese als Bedrohung wahr. Ein Grund weshalb sie auf Hunde oft stark reagieren.
Sie leben in Kleinherden aus 20 bis 30 Tieren und bilden enge Freundschaften untereinander. Gegenseitiges Lecken stärkt ihre Beziehungen und wirkt entspannend.
An Kühen auf Weiden sollte man mit einer möglichst grossen Distanz, langsam vorbei gehen. Ruhig auf die Kühe einreden, sich bemerkbar machen. Nicht auf die Tiere zugehen, es sind keine Kuscheltiere! Wenn sich die Tiere nähern, nicht wegrennen. Kühe können auf kurzen Strecken bis zu 40 km/h rennen. Sie wären also ohnehin schneller als wir Menschen. Stattdessen stehen bleiben, sich gross machen mit Armen und Wanderstöcken in der Luft, laut auf die Tiere einreden um sie davon abzubringen weiter auf einen zuzukommen. Ruhig bleiben, sich langsam entfernen mit Blick zu den Tieren.
Es gibt nicht einfach die Kuh, es gibt viele verschiedene Kuhrassen. Weit verbreitet in der Schweiz sind unter anderem die folgenden: Simmentalervieh, Braunvieh, Swiss Fleckvieh, Holsteinvieh und Eringervieh. Kühe wiegen im ausgewachsenen Alter im Schnitt zwischen 500 kg und 800 kg. Stiere zwischen 1000 kg und 1500 kg. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh liegt bei etwa 20 Jahren. Milchkühe in der Schweiz leben im Schnitt 5 bis 6 Jahre.
Steinadler
Der Steinadler, auch «König der Lüfte» genannt, gehört zu den grössten Greifvogel Arten der Welt. Er ist der einzige grosse Beutegreifer in der Schweiz, welcher die Verfolgung durch Jäger und Giftköder überstanden hat, ohne ausgerottet zu werden. Heute hat sich der Bestand der Vögel deutlich erholt, die Schweizer Alpen gelten als vollständig besiedelt. Trotzdem wird der Steinadler weiterhin auf der Liste der gefährdeten Tiere als «potenziell gefährdet» geführt. Grund dafür ist eine recht hohe Anzahl an ledigen Einzeladlern – die in den Revieren der Brutpaare dessen Brutverhalten stören – was zu Brutausfällen führt.
Steinadler
Im Hochgebirge an Hängen und Wänden, vorzugsweise über der Waldgrenze.
Steinadler leben als monogame Paare zusammen. Ihr Revier verteidigen sie zusammen gegen andere Steinadler. Steinadler können bis zu 35 Jahre alt werden.
Säugetiere und Vögel – je nach Lebensraum hauptsächlich Murmeltiere, Hasen und Raufusshühner.
Januar und Februar
In der Schweiz lebt etwa ein Viertel der gesamten Steinadlerpopulation der Alpen. Das heisst ungefähr 350 bis 360 Brutpaare.
Zwischen März und April legt das Weibchen zwei, selten eins oder drei Eier. Die Brutzeit dauert 43 bis 45 Tage. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungvögel innert 74 bis 80 Tagen.
Mit etwas Glück im Segel- oder Gleitflug zu beobachten; oberhalb der Gegend um Stechelberg, am Schilthorn, im Hinteren Lauterbrunnental, Grindelwald First und Männlichen.
Mensch; Drohnen und Gleitschirme dringen in ihren Luftraum ein. Ausserdem werden die Vögel teilweise immer noch illegal gejagt und getötet. Andere Greifvögel wie Geier, Adler und Rabenvögel.
Haben einen goldgelb getönten Kopf, auffallend lange und breite Flügel mit einer Spannweite von bis zu 2.2 Meter.
Wetter; Hagel, Sturm und Starkregen können eine Gefahr für die Tiere darstellen.
Steinbock
Steinböcke, «die Könige der Alpen» gehören wie die Gämse zu der Gattung der Ziegen. In der Schweiz leben heute an die 17 000 Steinböcke, was nicht selbstverständlich ist, denn die Tiere wurden hier bis zur Ausrottung gejagt. 1809 erlegte man im Wallis den letzten Steinbock. Alle heutigen Steinböcke in den Alpen stammen aus einem Gebiet in Norditalien, in welchem die Tiere im 19. Jahrhundert durch den König Vittorio Emanuele II von Savoyen rigoros geschützt wurden. Die genetische Vielfalt ist dadurch sehr gering, was heutzutage vermehrt zu Problemen bei den Tieren führt. Folgen von der hohen Inzuchtrate sind ein geringeres Körpergewicht, eine verminderte Hornlänge und ein erhöhtes Risiko für Parasitenbefall.
Steinbock
Zwischen Wald- und Eisgrenze. In Höhen von bis zu 3500 Meter. Im Winter in tieferen Lagen anzutreffen als im Sommer.
Steinböcke sind soziale Herdentiere. Ausserhalb der Paarungszeit leben Männchen und Weibchen in getrennten Herden.
Gräser, Kräuter, Flechten, Triebe und Knospen junger Sträucher und Bäume. Im Winter trockenes Gras und Polsterpflanzen. Steinböcke sind Wiederkäuer.
Dezember und Januar.
Der Steinbock ist in der Schweiz geschützt, wird aber zur Regulierung der Bestände gejagt.
Die Weibchen tragen die Jungen fünf bis sechs Monate aus und bringen ein, selten zwei Junge zur Welt. Jungtiere werden bis zu einem Jahr von der Mutter gesäugt. Die Steinbock Mütter teilen sich die Aufzucht der Jungtiere auf.
Hinteres Lauterbrunnental, Wengen und Eigergletscher.
Wölfe, Bären und Luchse – da es aber nur wenige Wölfe und Luchse und beinahe keine Bären in der Schweiz mehr hat, haben sie kaum natürliche Feinde abgesehen vom Menschen. Junge oder kranke Tiere können Geiern, Adlern und Raben zum Opfer fallen.
Steinböcke können bis zu 20 Jahre alt werden. Steinböcke meckern ähnlich wie Ziegen, ausserdem warnen sie mit Pfiffen vor Gefahr.
Schrumpfende Lebensräume durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten, geringe genetische Vielfalt.
Eurasischer Luchs
Der Luchs ist die grösste europäische Katze. In der Schweiz starb er während des 19. Jahrhunderts aus, die letzte Sichtung wurde 1904 dokumentiert. Durch die Wiederaufforstung der Wälder und der Rückkehr der wilden Paarhufer im 20. Jahrhundert waren die ökologischen Bedingungen gegeben für eine Wiederansiedlung. 1971 wurden die ersten Luchspaare im Kanton Obwalden freigelassen, weitere folgten im Jura. Seither haben sich in der Schweiz drei Populationen entwickelt. Alle diese Luchse stammen jedoch von ein paar wenigen Tieren ab, was zu einer genetischen Verarmung und zu negativen Folgen der Inzucht führt.
Luchse gelten in der Schweiz als bedroht. Man geht davon aus, dass eine mehr oder weniger lückenlose Population in den Alpen von etwa 1000 Tieren deren Überleben langfristig garantieren würde. Momentan sind die Populationen allerdings nicht in angrenzenden Gebieten zuhause. In der jetzigen Grösse, genetischen Konstellation und Situation ist das Überleben der Tiere in der Schweiz nicht garantiert.
Eurasischer Luchs
Luchse leben in Wäldern, vermehrt sind sie aber auch in höheren Lagen unterwegs, wo sie auch offenere Habitate nutzen.
Luchse sind mehrheitlich nachtaktiv. Mit Ausnahme von Weibchen mit Jungtieren leben sie einzelgängerisch. In ihrem Revier dulden sie kein anderes erwachsenes Tier des gleichen Geschlechts.
Rehe, Gämsen, Feld und Schneehasen, Füchse, Murmeltiere, Vögel und Fische.
Die Paarungszeit ist von März bis Mitte April und wird Ranzzeit genannt. Während dieser Zeit verständigen sich Luchse mit lauten Rufen. Ausserdem werden sie öfter auch tagaktiv
Gemäss Schätzungen von der Stiftung KORA leben etwa 340 Luchse in der Schweiz. Luchse sind in der Schweiz geschützt. Wenn die lokale wilde Paarhufdichte durch den Luchs so reduziert wird, dass die Jagd nicht mehr möglich ist, kann der Luchsbestand allerdings reduziert werden.
Die Luchsin wirft nach einer Tragzeit von 68 – 73 Tage durchschnittlich zwei Junge. Die kleinen bleiben für rund 10 Monate bei der Mutter, danach lösen sie sich von ihr uns suchen ihr eigenes Revier.
Im Kandertal lebt die grösste Population im Berner Oberland. Wer einen Luchs beobachten will, braucht ganz viel Geduld und Glück, die Tiere sind extrem scheu und sehr gut getarnt.
Mensch – trotz dem Schutzstatus werden Luchse in der Schweiz weiterhin illegal getötet.
Übergriffe auf Nutztiere – vor allem Schafe und Ziegen – erfolgen lokal und zeitlich beschränkt, hauptsächlich wenn der regionale Wildbestand tief ist. Luchse sind für Menschen keine Gefahr
Strassen, Siedlungen, Gewässer und Hochgebirge bergen Gefahren für die Tiere und sind oft Grenzen, die sie nicht überwinden können. Nur etwa ein Viertel aller Luchse erreicht das Erwachsenenalter.
Reh
Das Reh ist das kleinste und häufigste wilde Huftier der Schweiz. Nachdem es früher fast oder ganz ausgerottet war, gilt der Bestand heute wieder als stabil. Sein Fell wechselt je nach Jahreszeit von rötlich braun im Sommer zu graubraun im Winter. Auffällig ist der helle «Spiegel» am Hinterteil, der zur Warnung anderer Rehe dient und Hinweise auf das Geschlecht gibt. Männchen tragen zudem ein kleines Geweih, während Rehkitze durch ihre weissen Flecken gut getarnt sind.
Wie viele Wildtiere in der Schweiz leiden Rehe unter genetischer Verarmung. Autobahnen und Bahnlinien erschweren ihre Wanderung, wodurch der Austausch zwischen Populationen fehlt und Inzucht begünstigt wird.
Reh
Bewaldete Gebiete von der Ebene bis zur Baumgrenze, im Sommer regional auch oberhalb der Baumgrenze und auf angrenzenden Wiesen.
Rehe sind meist als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen unterwegs. Im Herbst und Winter finden sie sich oft in grösseren Gruppen zusammen. Sie sind überwiegend bei der Dämmerung und in der Nacht aktiv.
Bevorzugt Protein reiche Kräuter, Gräser, Stauden, Sträucher und Bäume – Rehe sind dabei sehr wählerisch und essen nicht einfach einen Büschel Gras.
Die sogenannte Balzzeit beginnt etwa Mitte Juli und dauert bis Mitte August. Die Männchen liefern sich heftige Kämpfe um die Reviere in dieser Zeit.
Der Bestand in der Schweiz wird auf rund 140‘000 Rehe geschätzt. Die Tiere sind jagdbar, es werden jährlich rund 40‘000 Tiere erlegt, zudem fallen jedes Jahr mehrere tausend Rehe dem Strassenverkehr und den Mähmaschinen zum Opfer. Einzig im Kanton Genf sind sie geschützt, dort verbietet ein Gesetz die private Jagd.
Die Weibchen sind etwa 9 bis 10 Monate trächtig und bringen im Schnitt zwei Rehkitze zur Welt. Diese legen sie in Wiesen ab, dort sind die kleinen besser vor Füchsen und Wildschweinen geschützt. Leider fallen die Rehkitze dort oft den Mähmaschinen der Bauern zum Opfer, die kleinen verharren bei Gefahr regungslos im Gras.
In und um Wälder, überall in der Jungfrau Region, meist auf Wiesen am Waldrand. Manchmal auch aus den Gondeln zu erspähen
Wölfe, Greifvögel, Füchse. Luchse und Wildschweine sind natürliche Feinde der Rehe, diese sind vor allem für Rehkitze eine Bedrohung.
Wenn man auf ein Rehkitz in einer Wiese trifft, darf man dieses auf keinen Fall mit den blossen Händen anfassen. Die Kitze werden von den Müttern absichtlich dort abgelegt und auch wieder gefunden. Die kleinen sind natürlicherweise Geruchslos, wenn ein Mensch sie anfasst, nehmen sie dessen Geruch an und können dann von Fressfeinden entdeckt werden.
Harte Winter mit tiefem Schnee, Raubtiere, extreme Wettererignisse. Die grösste Bedrohung sind jedoch Menschen mit dem Strassenverkehr, den Mähmaschinen, der Jagd und den Hunden.